Der Bundeseinheitliche Medikationsplan

Laut Weltgesundheitsorganisation sind etwa zehn Prozent aller Krankenhausaufnahmen auf unerwünschte Arzneimittelereignisse zurückzuführen. In Deutschland sind es nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte etwa 500.000 jährlich.
Die Risiken für Patienten sind dabei besonders hoch, wenn:

  • mehrere Ärzte am Behandlungsprozess beteiligt sind.
  • die Medikation geändert wird.
  • zwischen ambulantem und stationärem Aufenthalt gewechselt wird.

Was ist das Ziel des Medikamentenplans?

Der Bundeseinheitliche Medikationsplan (auch eMedikationsplan) soll in einheitlich standardisierter Form umfassend, übersichtlich und für den Patienten verständlich die aktuelle Medikation abbilden. So soll ein wiedererkennbarer Einnahmeplan entstehen, der den Patienten in der richtigen Anwendung seiner Medikation unterstützt und einen Beitrag zur Verbesserung der Arzneimittel-Therapiesicherheit leistet. Gleichzeitig sind Ärzte und Apotheker lückenlos über die gesamte Medikation der Patienten informiert.

Beispielausdruck (verkleinert) Bundeseinheitlicher Medikationsplan.
Medikationsplan Muster

Was muss auf dem Medikamentenplan dokumentiert werden?

Der Medikationsplan enthält eine Übersicht über die verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Arzneimittel eines Patienten. Dazu werden unter anderem der Wirkstoff, die Dosierung, der Einnahmegrund sowie sonstige Hinweise zur Einnahme aufgeführt.
Zusätzlich ist ein optional nutzbarer Barcode auf dem Medikationsplan aufgebracht. Er enthält die Informationen des Medikamentenplans in digitaler Form und ermöglicht, dass dieser unabhängig von der jeweiligen Praxis-, Apotheken- oder Kliniksoftware per Barcodescanner eingelesen und aktualisiert werden kann. Auf diesem Weg ist eine Sektorübergreifende und sichere Kommunikation von Medikationsdaten erstmals möglich.

Wer bekommt einen Bundeseinheitlichen Medikamentenplan?

Gemäß § 31a Sozialgesetzbuch (SGB) hat ab 1. Oktober 2016 jeder gesetzlich versicherte Patient, der täglich mehr als drei verschiedene Medikamente einnimmt, Anspruch auf einen strukturierten, papierbasierten Medikationsplan. Über die Strukturierung und inhaltliche Ausgestaltung sollen sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Bundesärztekammer und der Deutsche Apothekerverband verständigen - ebenso wie über die Erstellung und Aktualisierung des Medikamentenplans sowie ein Verfahren zur Weiterentwicklung. Ärzte sind verpflichtet, ihre Patienten über den Anspruch auf einen BMP zu informieren.

Bestandteil des BMP ist ein 2D-Barcode, in dem alle Daten und patientenbezogenen Informationen gespeichert sind. Dieser wird durch geeignete Barcodescanner eingelesen und kann bei Änderungen des Medikationsplans sofort aktualisiert und neu gedruckt werden.

Entlassmanagement

Ab dem 01. Juli 2017 müssen alle deutschen Krankenhäuser bei der Entlassung von Patienten laut § 39 Abs. 1a Sozialgesetzbuch V (SBG) nach bundesweit verbindlichen Standards arbeiten. So soll sichergestellt werden, dass jeder Patient eine bedarfsgerechte Anschlussversorgung nach individuellen Erfordernissen erhält.


Hierzu gehört eine strukturierte und sichere Weitergabe versorgungsrelevanter Informationen wie beispielsweise der Entlassbrief mit Diagnose, der Entlassungsbefund und der eMedikationsplan.


Hintergrund des standardisierten Entlassmanagements ist die Schließung von Versorgungslücken nach voll- oder teilstationärer Behandlung. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist die Möglichkeit geschaffen worden, dass Krankenhäuser im Rahmen des Entlassmanagements ambulante Leistungen wie Arznei-, Verband-,  
Heil- und Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege und verschiedene Therapiemaßnahmen für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen verordnen und eine zeitlich begrenzte Arbeitsunfähigkeit feststellen dürfen.

Welche Barcodescanner eignen sich?

Ein geeigneter Scanner ist der kabelgebundene CODE CR1400, der die hohe Datenmenge eines 2D-Barcodes aufgrund seiner Hochleistungsscaneinheit besonders schnell und zuverlässig erfassen kann. Dank omnidirektionaler Erkennung spielt die Ausrichtung des Barcodes dabei keine Rolle. Das gewährleistet ein schnelles und störungsfreies Arbeiten.

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