25. Februar 2016

Kennzeichnungslösungen kommen in Gesundheitseinrichtungen überall dort zum Einsatz, wo der Patient nicht selbst anwesend ist oder sich nicht zu seiner Person äußern kann, es aber primär um ihn geht. Das trifft auf den Operationsbereich ebenso zu wie auf die Funktionsdiagnostik, sämtliche therapeutische oder pflegerische Maßnahmen und das Labor. Je digitaler und vernetzter eine Einrichtung ist, desto gefragter sind geeignete Kennzeichnungslösungen sowohl im klinischen, stationären Bereich, aber auch im niedergelassenen, ambulanten Bereich. „Das hängt nicht zuletzt auch damit zusammen, dass man zwar Informationen digital austauschen, einen Patienten jedoch weiterhin `analog´ behandelt und die Trennung von Daten und Patient eine sichere Kennzeichnungslösung als Bindeglied erfordert“, weiß Steffen Marienfeld, Bereichsleiter Medizinprodukte bei Mediaform.

Herr Marienfeld, welche Anforderungen stellen Gesundheitseinrichtungen an Kennzeichnungslösungen?
Steffen Marienfeld: Zuerst einmal müssen sie den komplexen Anforderungen gerecht werden. So kennzeichnen wir Röhrchen mit engen Radien, Glasplatten, Spritzen, Fliestücher, Blutbeutel oder Patienten. Die Herausforderungen liegen gleichermaßen in der Beschaffenheit des Untergrundes, auf dem die Information sicher haften muss, wie den äußeren Einflüssen, denen sie während des Informationstransportes ausgesetzt sind. Das können extreme Temperaturen, Reibung, Druck oder Chemikalien sein. Bei der Sterilisation werden medizinische Bestecke unter Druck und Temperatur gereinigt. Die Etiketten müssen dem nicht nur Stand halten, sie sollen auch gleichzeitig durch Farbindikation anzeigen, dass der Vorgang erfolgreich war. Welche gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben sind relevant?
S. Marienfeld: Wenn Materialien in direkten Kontakt mit dem Patienten kommen, regelt das Medizinproduktegesetz die Anforderungen, beispielweise bei

Patientenarmbändern. Die europäische Kommission setzt zudem Standards bei gefährlichen Inhaltsstoffen wie Bispehnol A, besser bekannt als BPA oder Weichmachern. Dazu gibt es Vorgaben zu Klebstoffen von Etiketten, mit denen Blutproben beklebt werden. Gibt es daneben Empfehlungen, auf die sich die Einrichtungen stützen können?
S. Marienfeld: Da sind insbesondere inhaltliche Empfehlungen von Fachgesellschaften, Berufsverbänden oder Behörden zu nennen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) etwa empfiehlt bereits seit 2008 den Einsatz von Patientenarmbändern zur Vermeidung von Eingriffsverwechslungen und zur sicheren Patientenidentifikation. Der Berufsverband der Intensiv- und Notfallmediziner mahnt in einer DIVI-Leitlinie die Verwendung von farbigen

Spritzenetiketten an. Engagiert sich Mediaform als maßgeblicher Anbieter solcher Lösungen auch in diesem Umfeld?
S. Marienfeld: Ja, stark sogar. Wir sind seit dem Gründungsjahr 2005 Mitglied des APS und haben aktiv an Handlungsempfehlungen mitgewirkt. Auch der DIVI oder der Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschland tätiger Notärzte (AGNN) stehen wir mit unserem Know-how bei praktischen Kennzeichnungslösungen zur Seite oder entwickeln auch schon mal eine passende Lösung. Können Sie dafür ein Beispiel nennen, Herr Marienfeld? S. Marienfeld: Das Armilla Doppelarmband zur Kennzeichnung von Neugeborenen basiert auf einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Die brachte ans Licht, dass der überwiegende Teil der Neugeborenen bereits am zweiten Tag nach der Geburt kein Identifikationsmerkmal mehr besitzt. Warum? Durch kleiner werdende Handgelenke gehen die angelegten Armbändchen verloren. Die Fachgesellschaft empfiehlt also zwei identische Bänder für Hand- und Fußgelenk.
Die

Rettiketten für Notfallmediziner sind in enger Zusammenarbeit mit dem AGNN entstanden und werden inzwischen im gesamten deutschsprachigen Raum als Standard für Notarzteinsätze akzeptiert.      Welche Besonderheiten zeichnen Mediaform und seine Lösungen darüber hinaus aus?
S. Marienfeld: Es ist vielleicht keine Besonderheit, aber unser Plus: die enge Kommunikation mit unseren Kunden. Das schafft Vertrauen und gewährleistet, dass wir marktgerechte Lösungen entwickeln.
Besonders ist, dass die Produktentwicklung Teil des Topmanagements und in Reinbek angesiedelt ist. So können wir schnell auf aktuelle Entwicklungen und Anforderungen reagieren. Produziert wird dann ausschließlich in eigenen Standorten. Welche Rolle spielen im Kundenkontakt Beratung und Service?
S. Marienfeld: Eine ganz zentrale. Wir bewegen uns seit 25 Jahren in der Gesundheitsbranche und unsere Medizinprodukteberater sind bundesweit geschätzte Ansprechpartner. Wir übernehmen auch Verantwortung für die erfolgreiche Einführung unserer Lösungen.
Zu unseren Serviceleistungen zählt auch eine Just-In-Time-Versorgung. Ermöglicht wird diese durch unser Zentrallager mit ausgeklügelter Logistik, kurzen Bearbeitungszeiten und einem Versandpartner, der eine Zustellung am nächsten Werktag garantiert.
Nicht umsonst haben zwei von drei Kliniken in Deutschland eine Lösung aus dem Hause Mediaform im Einsatz. Schließlich bieten wir neben Etiketten und Armbänder auch Drucker, Scanner und Softwarelösungen an. In welchen Bereichen können Kennzeichnungslösungen zu Effizienzsteigerungen führen?
S. Marienfeld: Eigentlich in allen Bereichen. Der Anwender spart Zeit, etwa beim Druck von Medikationsetiketten, die schnell und ohne zusätzliche Handschrift erstellt werden. Das Qualitätsmanagement profitiert durch Fehlerprävention – jeder vermiedene Fehler stellt letztlich eine effiziente Investition dar. Der Ökonom bekommt für seine Mittel eine gewinnbringende Lösung. Vielen Dank für die Einblicke, Herr Marienfeld.

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