28. März 2018

Vermehrter Einsatz von RFID-Technologie in Krankenhäusern

In deutschen Kliniken steigt das Bewusstsein für das Thema Sicherheit. Dies gilt insbesondere für hochsensible Bereiche wie Datenschutz oder IT-Sicherheit, aber auch für Themen wie Diebstahl und Zutrittsberechtigungen. Dabei geht es vor allem um die Sicherheit der Kliniken oder um einen verbesserten Schutz des Personals. Selten stehen dabei Patienten im Vordergrund. Wie aber kann man diese schnell und unkompliziert einbinden – ohne große Kosten zu verursachen, zusätzliche technische Geräte anzuschaffen und den organisatorischen Aufwand möglichst gering zu halten? 

Knapp die Hälfte aller Kliniken bundesweit haben in ihren Häusern Patientenarmbänder zur sicheren Identifikation im Einsatz. Warum nicht diese bewährte Maßnahme nutzen? Wie das gehen kann erklärt Steffen Marienfeld, Geschäftsbereichsleiter Medizinprodukte bei der Mediaform Informationssysteme GmbH: „Die Patientenarmbänder können problemlos mit einem integrierten RFID-Chip versehen werden. Dieser wird dabei so in den Materialverbund des Armbandes eingearbeitet, dass er für den Patienten nicht spürbar ist. Da die Identifikationsarmbänder als passives Einmalprodukt verwendet werden, benötigen sie nach der Entlassung des Patienten keine Desinfektion und können direkt entsorgt werden.“ So sparen Kliniken den zusätzlichen Einsatz von Transpondern oder Chipkarten für beispielsweise die Sicherung von Patienteneigentum oder den Zugang zu Entertainment-Möglichkeiten wie Fernsehen, Internet oder Telefon. Diese Technologien verursachen nicht nur weitere Kosten, sondern auch einen erhöhten organisatorischen Aufwand – Patientenarmbänder hingegen verbleiben den gesamten Klinikaufenthalt am Handgelenk des Patienten. „Im Gegensatz zu Transpondern oder Chipkarten bieten RFID Patientenarmbänder eine Kombination aus klarschriftlicher und digitaler Identifikation, die seit 2008 vom Aktionsbündnis Patientensicherheit empfohlen wird“, erklärt Marienfeld. „So kann das Verwechslungsrisiko deutlich verringert werden.“

Mit RFID Patientenarmbändern eröffnen sich weitere Möglichkeiten wie zum Beispiel eine elektronische Zutrittskontrolle – insbesondere in Hochrisikobereichen wie der Intensivmedizin sowie bei der OP-Schleusung. „Generell verzeichnen wir im Krankenhausbereich ein gesteigertes Interesse an elektronischen Sicherheitskontrollen“, so Martin Hartwigsen, Manager Sales & Marketing bei der deister electronic GmbH. „Immer mehr Kliniken lassen bestimmte Bereiche überwachen und gewähren nur bestimmten Personen Zutrittsrechte.“ Spezielle RFID Patientenarmbänder eignen sich auch für die Sicherheit von weglaufgefährdeten Patienten. „Verlässt ein Demenz-Patient seine Station oder die Einrichtung, kann ein Tür-Alarm ausgelöst und der Patient aufgehalten oder zurückgeholt werden“, erläutert Hartwigsen.

Aber auch im nicht-medizinischen Bereich ergeben sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten – wie im Bereich Intralogistik. „Wir haben in unserer täglichen Arbeit vermehrt Schwachstellen bei der Erfassung von barcodegestützten Lösungen ausgemacht und versuchen stetig, unsere Dienstleistungen zu verbessern und Fehlerquellen zu reduzieren. So ist eine schnelle und einfache Patientenidentifikation insbesondere bei innerklinischen Krankentransporten für uns von immenser Bedeutung“, erklärt Patrick Leis, Leiter Produkt- und Qualitätsmanagement bei OrgaCard. Insbesondere, wenn bereits sedierte oder nicht ansprechbare Patienten zu weiterführenden Untersuchungen oder in die OP-Säle gebracht werden, muss das Pflegepersonal die Identität der Patienten zweifelsfrei feststellen. „Hier bietet die RFID-Technik Vorteile gegenüber Barcodelösungen wie die einfacherer Auslesung der auf dem Chip gespeicherten Daten, denn sie sind unabhängig von der Krümmung des Barcodes oder den Lichtverhältnissen“, so Leis. Aber auch von Decken oder Kleidungsstücken verdeckte Patientenarmbänder können mit der RFID-Technologie fehlerfrei ausgelesen und somit logistische Prozesse im Pflegealltag optimiert werden.

Dies hat auch Jens Fislage, Inhaber der BKE Fislage überzeugt. Sein Spezialistenteam hat für ein klinisches Pilotprojekt einen Rollcontainer mit integriertem elektronischen Schließsystem entwickelt. In Kombination mit dem RFID Patientenarmband ist jetzt jeder Patient in der Lage einen neben seinem Bett stehenden Rollcontainer durch Vorhalten des Armbandes ganz einfach zu öffnen und zu schließen. „Da jeder Chip einmalig ist, wird gewährleistet, dass kein anderes Patientenarmband Zugriff auf den Schrank hat. Wird der Patient entlassen, ist der Schrank automatisch frei für die nächste Nutzung – ohne administratives Eingreifen von Klinikseite“, zeigt sich Fislage überzeugt. „Das Schließsystem kann problemlos in jeden beliebigen Rollcontainer integriert werden. Auch das Implementieren von zusätzlicher Hard- oder Software ist nicht nötig.“              

Die Relevanz der RFID-Technologie zeigt sich verstärkt in hochwertigen Lese-Geräten, die derzeit von verschiedenen Herstellern entwickelt werden – speziell geeignet für die besonderen Anforderungen des Gesundheitswesens. So lassen sich zukünftig nicht nur innerklinische Prozesse optimieren, sondern auch die Sicherheit von Ärzten, Pflegepersonal sowie Patienten erhöhen. 

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Nadine Kneschke
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