12.09.2017

Digitale Muster ganz einfach empfangen und verarbeiten

Laborüberweisungen (Muster 10) und Laboranforderungen (Muster 10A) können seit dem 1. Juli 2017 erstmals als digitalisierte PDF-Vordrucke verwendet und an Labore übermittelt werden. So wird nicht nur die digitale Kommunikation zwischen Arztpraxen und Laboren verbessert, sondern auch, dass die Patienten- und Auftragsdaten ohne Medienbruch ins Labor gelangen. Steffen Schmudlach, Leiter der Abteilung EDV/Controlling im Labor MVZ Westmecklenburg, spricht im Interview über seine Erfahrungen bei der Einführung einer Lösung zur Verarbeitung digitaler Laborüberweisungen.

Herr Schmudlach, durch die gesetzlichen Vorgaben im Bundesmantelvertrag für Ärzte wird die Verwendung Digitaler Muster (DiMus) in der vertragsärztlichen Versorgung geregelt. Für Labore bedeutet dies konkret, dass sie seit Juli in der Lage sein müssen, Digitale Muster empfangen und verarbeiten zu können.

Warum haben Sie sich bei der Umsetzung für Mediaform entschieden?


Wir organisieren unsere Laborabläufe bereits seit 20 Jahren mit Lösungen von Mediaform. Mittlerweile haben wir unser gesamtes Auftragserfassungssytem über die Softwarelösung ScanTools und Verify abgebildet. Da lag es auf der Hand, dass wir auch die Schnittstelle „Digitale Muster“ von Mediaform realisieren und in unser gut funktionierendes Softwaresystem integrieren lassen.


Welche Aufgaben hat Mediaform denn dabei konkret übernommen?


Die Hauptaufgabe des Geschäftsbereichs Software Lösungen ist die Bündelung aller Informationen, die von außen kommen und bei uns im Labor weiterverarbeitet werden. Egal in welcher Form eine Laboranforderung bei uns ankommt, das Auftragserfassungssystem muss in der Lage sein, alle Informationen entgegen nehmen zu können. In diesen Prozess hat Mediaform die KV-Connect Anwendung „Digitale Muster“ der KV Telematik integriert, so dass ab sofort alle für den auftraggebenden und auftragnehmenden Arzt erforderlichen Dokumente vollständig digital übertragen werden können.


Und das hat problemlos funktioniert? Oder gab es dabei besondere Herausforderungen?

Der gesamte Prozess hat reibungslos funktioniert und hatte keinerlei Auswirkungen auf unsere tägliche Arbeit. Die Funktion wurde nach und nach in unsere Labordatenerfassung integriert, so dass wir pünktlich zum Anfang Juli in der Lage waren, DiMus für Muster 10 und Muster 10A zu empfangen und zu verarbeiten – alle gesetzlichen Vorgaben sind erfüllt. Besondere Herausforderungen gab es eigentlich nicht, daher sind wir aktuell ganz entspannt. Würde sich heute ein Arzt entscheiden, eine Laboranforderung als Digitales Muster aus seinem Arzt Informationssystem zu versenden, sind wir in der Lage, dieses ohne Probleme weiterzuverarbeiten.


Und wie sieht der Arbeitsablauf jetzt aus? Konnte der DiMus-Ablauf nahtlos in Ihren Workflow integriert werden?

Da die Anwendung direkt in unser Auftragserfassungssystem integriert wurde, gibt es für uns keinen zusätzlichen Aufwand.
Egal wie die Laborüberweisungen ankommen – ob in Papierform oder als Digitale Muster – alle laufen nach der Materialerfassung direkt im Formular-Korrektur-Modus „Verify“ auf. Anschließend werden die vorhandenen Daten abgeglichen und an das Laborinformationssystem (LIS) übergeben. Der gesamte Prozess ist sehr gut gelungen und fügt sich nahtlos in unseren Workflow ein. 

Wo sehen Sie denn perspektivisch die Vorteile von DiMus für Ihre Labororganisation?

Der größte Vorteil ist, dass es mit den Digitalen Mustern keinen Medienbruch mehr gibt, da alle Daten vollständig digital übertragen werden. Aus unserer Sicht macht das aber nur Sinn in Kombination mit einem Order Entry-System, das alle Auftrags- und Patientendaten elektronisch erfasst und weiterverarbeitet. Denn ohne ein Order Entry-System verursacht ein DiMus den gleichen Aufwand wie ein Blankoformular bedruckter Papierschein, da alle Informationen bezüglich des Laborauftrags dann nach wie vor manuell eingegeben werden.


Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Schmudlach.




Über das Labor MVZ Westmecklenburg
Mit einem Volumen von rund 4.000 Aufträgen pro Tag erbringt das Labor MVZ Westmecklenburg GbR Schmudlach-Oswald-Kettermann & Kollegen in Schwerin Laborleistungen für eine große Anzahl an niedergelassenen Ärzten sowie Krankenhäusern und weiteren im Gesundheitswesen tätigen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern. Als akkreditiertes Labor nach DIN EN ISO 15189 erstellt das Labor der Limbach Gruppe qualitativ hochwertige Laborbefunde mittels neuestem Wissensstand und modernster Methoden.