14.09.2017

„Es gibt noch viel zu tun“

Vertauschte Patientenakten, schlecht beschriftete Spritzenetiketten, verkehrt verabreichte Medikamente – die Liste der Fehler, die im hektischen Krankenhaus-Alltag vorkommen können, ist lang. Seit Jahren setzt sich das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) daher für mehr Sicherheit im Krankenhaus ein – unter anderem mit dem „Internationalen Tag der Patientensicherheit“, der am 17.09.2017 bereits zum dritten Mal in Folge stattfindet.

Ziel der Aktion ist, wirksame Lösungsansätze für mehr Qualität und Sicherheit in der medizinischen Versorgung zu präsentieren und die breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Schirmherr des Aktionsbündnisses und des Aktionstages ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

In den letzten Jahren ist viel für die Patientensicherheit getan worden, verschiedene Handlungsempfehlungen wurden vom APS herausgegeben und weitere Aktionen vorangetrieben. Dass deutsche Kliniken aber noch längst nicht auf dem Niveau einiger europäischer Länder sind, weiß Steffen Marienfeld, Geschäftsbereichsleiter Medizinprodukte bei Mediaform: „Mehr als 500 Kliniken bundesweit setzen bereits auf Armilla Patientenarmbänder. Aber: Nicht einmal jeder zweite Patient bekommt in Deutschland ein Identifikationsarmband – anders als bei vielen europäischen Nachbarn, wo Patientenarmbänder automatisch zum sicheren Klinikaufenthalt gehören. In deutschen Krankenhäusern gibt es in puncto Patientensicherheit noch einiges aufzuholen.“ Da es keine bundesweiten Bestimmungen dazu gibt, bleibt es den Kliniken bislang noch selbst überlassen, ob und in welchem Umfang das Thema Patientensicherheit umgesetzt wird.

Dies betrifft auch die Medikationssicherheit. Laut dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen resultieren bis zu 50 Prozent aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen bei Krankenhaus-Patienten aus vermeidbaren Medikationsfehlern. „Hier muss ein Umdenken in den Krankenhäusern stattfinden. Entsprechende Handlungsempfehlungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zur Kennzeichnung von Spritzen in der Intensiv- und Notfallmedizin gibt es bereits seit einigen Jahren“, so Marienfeld. Mit der konsequenten Umsetzung dieser Handlungsempfehlung kann nicht nur das Risiko von Medikationsfehlern deutlich gesenkt und somit die Patienten- und Mitarbeitersicherheit erhöht, sondern auch die Gefahr von Haftungsansprüchen gegenüber Kliniken verringert werden. „Eine standardisierte und unverwechselbare Medikationskennzeichnung im medizinischen Alltag ist daher unverzichtbar“, erklärt Marienfeld.

Weitere Informationen:
https://www.mediaform.de/medizinprodukte/patienten-identifikation/patientenarmbaender/ und https://www.mediaform.de/medizinprodukte/medikationskennzeichnung/praxikett-designer-infopaket/