06.07.2017

Universitätsklinikum Regensburg nutzt PraxiKett Designer auch zur Steuerung der Infusionspumpen

„Die Erhöhung der Patienten- und Medikationssicherheit sowie eine Zeitersparnis für die Mitarbeiter.“ Das antwortet Franz Schreck, Pflegerische Leitung der Intensivstation 91 im Universitätsklinikum Regensburg, auf die Frage, welche Erwartungen er mit einer Medikationssoftware verknüpft. Seit Mai 2016 arbeitet das 833-Betten-Haus der Maximalversorgung in Ostbayern mit einer speziellen Softwarelösung, dem PraxiKett Designer, deren Einführung von den Leitungen der Intensivstationen initiiert wurde.

„Unterstützung haben wir von der Klinikhygiene erhalten, die auf die Umsetzung der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts gepocht hat“, so Schreck. Dazu müssen das Datum und der Zeitpunkt des Aufziehens eines Medikaments sowie die Person auf der Spritze vermerkt sein. „Das lässt sich mit dem PraxiKett Designer spielend leicht umsetzen“, freut sich die Pflegerische Leitung der Neurochirurgischen Intensivstation.

Was genau musste die Medikationssoftware bieten, um die gestellten Anforderungen des Universitätsklinikum Regensburg zu erfüllen? Sie sollte flexibel sein, leicht zu bedienen und sicher in der Anwendung sowie die Möglichkeit bieten, die Etikettenkennzeichnung gemäß DIVI-Empfehlung umzusetzen. „Wir arbeiten noch mit einer individuellen Farbcodierung. Dabei steht beispielsweise blau für Sedierungsmedikamente, rot für Katecholamine, also kreislaufwirksame Medikamente, und grün für Sublimente wie Kalium, Natrium oder Magnesium“, erläutert Schreck. Da die Umstellung in der Intensivmedizin mit etwa 4.500 Patienten und 70.000 Medikationsetiketten jährlich aufwändig und das gegenwärtige System sicher ist, verspürte das Haus keinen Umstellungsdruck.

Der Weg zum PraxiKett Designer führte über die Probestellung von insgesamt zwei unterschiedlichen Systemen. „Positiv war, dass es sich um eine serverbasierte Software, also eine Netzwerklösung handelt“, blickt Schreck auf den Auswahlprozess zurück. „So müssen wir neue oder Änderungen an alten Etiketten nur einmal zentral pflegen. Das funktioniert schnell und unkompliziert. Zudem konnten alle unsere bekannten Etiketten in der Software abgebildet werden.“

Abläufe werden schneller, einfacher und sicherer
Nach kurzer Zeit waren alle Anwender von der Medikationssoftware überzeugt. „Würde ich sie heute deinstallieren, wäre der Aufschrei groß“, sagt Schreck schmunzelnd. „Die Mitarbeiter wollen sie nicht mehr missen und loben besonders die einfache Bedienung.“ Und die Vorteile gegenüber handbeschrifteten Medikationsetiketten, die bis April 2016 in Regensburg kursierten, sind augenfällig. So können heute deutlich mehr Informationen auf einem Etikett untergebracht werden. Bei Medikamenten, die nur unter bestimmten Voraussetzungen verabreicht werden dürfen, werden etwaige Inkompatibilitäten oder besondere Maßnahmen direkt auf der Spritze vermerkt. „Das erspart die zeitraubende Recherche und trägt maßgeblich zur Medikations- und Patientensicherheit
bei“, so Schreck.

Insgesamt sind die Abläufe mit dem PraxiKett Designer deutlich schneller, einfacher und sicherer. Nachdem die Spritze aufgezogen ist, meldet sich der Mitarbeiter personalisiert in der Software an, sucht das benötigte Etikett, ergänzt gegebenenfalls Angaben, druckt es aus und beklebt die Spritze. „Früher haben wir nach dem Aufziehen des Medikaments den Stift gezückt, Datum, Uhrzeit und Handzeichen aufgeschrieben. Das geht heute alles automatisch“, beschreibt Schreck die Unterschiede. Gerade letztere Angaben müssen genau sein, da ein Medikament maximal eine Stunde vor Verabreichung gerichtet werden darf.

Steuerung von Infusionspumpen über Medikationsetiketten
Auch im Bereich Medikationspumpen setzt das Universitätsklinikum Regensburg eine neue Lösung ein: das Steuern der Pumpen über einen Barcode auf den Infusionen. „Aktuell passen wir die Software der Infusionsgeräte an und synchronisieren die Aufkleber- und Medikamentendatenbank“, fasst Franz Schreck den aktuellen Stand des Projektes zusammen. Er rechnet damit, spätestens Mitte des Jahres in den Echtbetrieb gehen zu können. Ist es soweit, dann werden die Infusionen wie gewohnt aufgezogen
und mit einem Medikationsetikett inklusive Barcode versehen. Am Patientenbett wird die Infusion in die Pumpe eingelegt und der Barcode gescannt. Auf dem Monitor erscheint dann das enthaltene Medikament, wird kontrolliert, der Mitarbeiter gibt noch die Flussrate ein und startet die Infusion. „Die Flussrate können wir leider nicht in dem Barcode- Etikett hinterlegen, weil die variiert“, bedauert Schreck.

Trotzdem erleichtert die neue Lösung seinen Mitarbeitern die Arbeit erheblich. Bis zur Umsetzung muss am Gerät zuerst die Kategorie gemäß Farbcodierung und in dieser Kategorie dann das entsprechende Medikament gefunden und ausgewählt werden. Das dauert eine gewisse Zeit und wird durch das Scannen erheblich schneller. „Insgesamt versprechen wir uns durch die Steuerung der Infusionspumpen über die Medikationsetiketten eine weitere Vereinfachung und Effizienzsteigerung der Abläufe für eine gesteigerte Patientensicherheit“, fasst Franz Schreck seine Erwartungen zusammen. „Und nach allen bisherigen Erfahrungen bin ich davon überzeugt, dass wir das auch erreichen werden.“

Weitere Informationen: https://www.mediaform.de/fileadmin/medizinprodukte/dokumente/anwenderberichte/mediaform-anwenderberichte-armilla-und-praxikett-designer.pdf